Der schlesische Apollo

Ausgewählte Gedichte

 

Die Englische Übersetzung ist nur eine temporäre inoffizielle Übersetzung. 

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Ende Mai werden die Gedichte durch Frau Jolanta Szafarz übersetzt.

Gelegenheitsgedichte,

An Herrn Heinrich Schützen, auf seiner liebsten Frauen Abschied

O du Orpheus unserer Zeiten,

Den Thalia hat gelehrt,
Dessen Lied und güldne Saiten

Phebus selbst mit Freuden hört,

Wozu dienet dann das Klagen?

Kann die Angst den Tod verjagen?

Stimme deine Lauten wieder,

Laß die Orgel besser gehn,
Laß erschallen deine Lieder,
Soll dein Lieb noch bei dir stehn,

Soll sie auf das Neue leben

Und sich selbst dirr wiedergeben.

Gib ihr durch dein lieblichs Singen,

Was der Tod hat hingebracht;
Laß den süßen Ton erklingen,
Den Eägers Sohn gemacht

Und so künstlich hat gesungen,

Daß er Nacht und Tod gezwungen.

Die berühmte Lieder bleiben,
Wann wir längst gestorben sind;

Was durch sie nicht kann bekleiben,

Wer so stirbet, muß nur sterben

Und sein Lob mit ihm verderben.

Preise deiner Liebsten Tugend,

Sage von der Freundlichkeit,

Von der Anmut ihrer Jugend,

Von der angenehmen Zeit,

Welcher du mit ihr genossen,

Ehe sie die Zeit beschlossen.

Wir auch wollen mit dir stimmen,

Wollen eifrig neben dir
An die blauben Wolken klimmen,

Daß sie leben fürr und fürr

Durch die Kunst gelehrter Saiten,

O du Orpheus unser Zeiten.

Occasional poems,

To Mr. Heinrich Schütz, farewell to his dearest women

O you Orpheus of our times,

Whom Thalia taught
Whose song and golden strings

Phebus himself hears with pleasure,

Then what is the purpose of complaining?

Can fear drive away death?

 

Voice your sounds again

Better let the organ go
Let your songs resound
Should your love still be with you

Should she live anew

And reproduce yourself dirr.

 

 

Through your lovely singing give her

What death has brought;
Let the sweet note sound
Made the Eager's son

And sang so artificially

That he forced night and death.

 

The famous songs remain
When we died long ago;

What cannot be retained through them,

Whoever dies like this just has to die

And spoil his praise with him.

 

Praise your dearest virtue,

Say of kindness

From the grace of her youth

Of the pleasant time

Which you enjoyed with her,

Before they decided the time.

 

We also want to agree with you

Want to be next to you
Climb to the blue clouds

That they live for and for

Through the art of learned strings,

O you Orpheus our times.

Echo oder Wiederschall

Diß Ort, mit Bäumen gantz umbgeben,

Da nichts als Frucht' und Schatten schweben,

Da Traurigkeit sich hin verfügt,

Da alles wüst' und öde liegt,

Da auch die Sonne nicht hinweichet,

Da gifftig Ungezieffer schleichet,

Da gar kein Wasser sich ergeust,

Als das auß meinen Augen fleust,

Da gar kein Liecht nicht wird erkennet,

Als daß auß meinem Herzen brennet,

Bedüncket mich bequeme seyn,

Da ich mich klag' ab meiner Pein,[8]

Ab meiner Pein und tieffstem Leiden,

Daß mich jetzund wird von mir scheiden;

Doch ehe der gewüntschte Tod

Mit Freuden abhilfft meiner Noth,

Will ich von meiner Liebe klagen

Und, ob schon gantz vergeblich, fragen,

Ist dann niemand, der tröste mich,

Weil ich so trauer' inniglich?

O Echo, wirst nur du alleine

Hinfort mich trösten, und sonst keine?

Wie soll sie leschen meinen Brandt,

Ist sie mir doch noch unbekandt?

Sie wil es aber nicht verstehen,

Lest mich in Angst ohn Ablaß gehen.

Verleuret sich denn ja mein Leidt,

Wem soll ichs dancken mit der Zeit?

So ist nun Noth, daß ich verscharre

Das Feuer, und der Stund' erharre?

Wenn ich zu lange harren solt',

Hülff etwas meiner Ungedult?

Vielleichte möcht' ich sterben ehe,

Weil ich im höchsten Elend gehe?

So folg' ich deinem Rathe schlecht,

Hoff', alles werde gut und recht.

Nun bin ich vieler Noth entbunden

Und habe guten Trost empfunden.

Du unbewohnte Traurigkeit,

Ihr Hecken voll von meinem Leid',

Ihr schwartzen Hölen und ihr Wüsten,

Da Eulen, Natern, Schlangen nisten,

Du ödes Ort, gehabt euch wol;

Ich bin für Trauren Freude voll,

Für Finsternüß such' ich die Sonnen,

Für Threnen ein kühlen Bronnen:

Die so Vertröstung mir gethan,

Ist so, daß sie nicht lügen kan.

(Aus : Weltliche Dichtungen, Vermischte Jugendgedichte)

Echo or reverberation

This place, all surrounded by trees,

Since nothing but fruit and shadows float,

As sadness decides

Since everything is desolate and desolate,

Since the sun does not fade either,

Since poisonous vermin creeps,

Since there is no water at all

As that flows on my eyes

Since no light is not recognized

When my heart burns

Wants me to be comfortable

Since I complain of my pain

From my pain and deepest suffering

That I shall now part from me;

But before the desired death

Relieve my misery with joy,

I want to complain of my love

And, whether completely in vain, ask

Then there is no one who comfort me

Because I mourn so deeply?

Oh echo, only you will be alone

From now on comfort me, and no other?

How should she put out my fire

Is it still unknown to me?

But she doesn't want to understand

Makes me go in fear without indulgences.

If my sorrow is lost

Who should I thank in time?

So now it is necessary for me to be buried

The fire and the hour stop?

If I have to wait too long

Will something help my impatience?

Maybe I would like to die before

Because I am going in the greatest misery?

So I follow your advice badly,

Hope everything will be fine and right.

Now I am relieved of many hardships

And I felt good consolation.

You uninhabited sadness

Your hedges full of my sorrow

You black halls and you deserts,

As owls, vaters, and snakes nest,

You dreary place, you wished;

I am full of joy for sadness

For darkness I look for the suns

A cool fountain for tears:

Who gave me such consolation,

Is such that she cannot lie.

 

(From: Secular Poems, Mixed Youth Poems)

Elegie

Indem die Sonne sich hat in das Meer begeben,

Und das gestirnte Haupt der Nacht herauffer bricht,

Sind Menschen, Vieh und Wild wie gleichsam ohne Leben,

Der Monde scheinet auch gar kaum mit halben Liecht.

Ich, ob schon alles schläfft, muß ohn Auffhören wachen

Von vielen Tagen her, und wallen ohne Ruh;

Ist schon die gantze Welt befreyt von ihren Sachen,

So bring' ich doch vor Lieb' und Angst kein Auge zu.

Auch dich, Asterie, hat gantz der Schlaff umbringet,

Der Tagesarbeit Furth, deß Todes Ebenbild;

Da mir der Zehren Bach auß beyden Augen dringet,

Bist du mit sanffter Rhu auff deinem Bett' erfüllt.

Wie wann sich Delia hat in den Walt verborgen,

Wird durch den Schlaff erwuscht, und fellt ins grüne Graß,

Und wie die Nymphen auch sich legen gegen Morgen,

Nach dem der Nachttantz sie gemacht hat müd und laß:

Sie ruhen sicherlich bey einem frischen Bronnen,

Die Bäume halten auff der Morgenröthe Liecht;

Daß sie nicht alsobald erwachen von der Sonnen,

Deckt sie der dicke Wald; Pan aber schläffet nicht.

Er geht, er rufft, er schreyt mit sehnlichem Verlangen,

Daß seine Stimm erklingt durch Büsche, Berg und Thal,

Und sie sind sänfftiglich mit süssem Traum umbfangen;

Dem Pan antwortet nur der blosse Wiederschal:

Du auch, mein Leben, schläffst, ich muß in Nöthen wallen,

Du bist in guter Rhu, ich wache für und für,

Biß mich der letzte Tod wird endlich überfallen,

Auff den ich sehnlich wart allhier bey deiner Thür.

(Aus : Weltliche Dichtungen, Vermischte Jugendgedichte)

Elegy

When the sun has gone into the sea,

And the starry head of the night breaks

Are people, cattle and game as if without life,

The moon also hardly shines with half a light.

I have to watch without stopping if everyone is asleep

From many days ago, and tumble without rest;

The whole world has already been freed from its things

So I don't turn a blind eye to love and fear.

You too, Asteria, were killed by all the limp,

The daily work of Furth, the image of death;

Since the Zehren brook penetrates out of both eyes,

Are you filled with a gentle rhythm on your bed.

How when did Delia hide in the forest

Is woken up by the sleep, and falls into the green grass,

And as the nymphs lay down towards morning,

After the night dance made her tired and let her:

You will surely rest by a fresh fountain,

The trees stop when the dawn is light;

That they do not immediately wake up from the sun,

The thick forest covers them; But Pan is not sleeping.

He goes, he calls, he screams with longing

That his voice resounds through bushes, mountains and valleys,

And they are pleasantly enveloped in a sweet dream;

Only the mere re-scarf answers the Pan:

You too, my life, are asleep, I must wallow in trouble,

You are in good Rhu, I watch for and for,

Bite me the last death will finally invade

To whom I was longingly waiting here at your door.

 

(From: Secular Poems, Mixed Youth Poems)

Daß die Poeterey unsterblich sey

Was wirffstu, schnöder Neid, mir für die Lust zu schreiben

Von Venus, und mit ihr die Jugend zu vertreiben?

Ich achte deiner nicht, du liebest Eitelkeit:

Mein Lob und Name wird erklingen weit und breit.

Cupido führet mich in eine grüne Wüsten,

Da der Poeten Volck, weit von Begier und Lüsten,

Vorzeiten hat gelebt, wie noch die erste Welt,

Nichts von den Städten wust, und wohnet umb das Feld.

Die Nymphen werden mir den Lorberkrantz auffsetzen,

Mit meinen Versen wird sich Erato ergetzen;

So weit die grüne Lust und hohen Wälder gehn,

So weit wird mein Gedicht' an allen Bäumen stehn.

Ihr Oerter voller Freud', ihr Auffenthalt der Hirten,

Ihr Bäch', ihr Ahornbäum', ihr Quell, ihr zarten Myrten,

Ihr Thäler, ihr Gebirg', ihr Blumen und ihr Stein',

Ihr Wohnhauß aller Rhu, bey euch wüntsch ich zu seyn,

Sonst nirgends als bey euch; von eurer Lust besessen,

Wil ich deß Irrdischen und meiner selbst vergessen.

Wie Perseus, als er erst Andromeden erblickt,

Ward mitten in der Lufft durch ihre Ziehr verzückt,

So daß er kaum das Roß vermochte zu regieren,

So soll auch mich von euch kein' andere Liebe führen,

Biß mich der letzte Todt hier unversehens kriegt,

Und Venus mich begräbt, wo ihr Adonis liegt.

(Aus : Weltliche Dichtungen, Vermischte Jugendgedichte)

That poetry is immortal

What do you throw, disgraceful envy, to write to me for pleasure

About Venus, and driving away the youth with her?

I don't respect you, you love vanity:

My praise and name will be heard far and wide.

Cupid leads me into a green desert,

Since the poets folk, far from desire and lust,

The past lived like the first world,

Know nothing of the cities and live around the field.

The nymphs will put the laurel crown on me,

Erato will delight in my verses;

As far as green lust and high forests go

That is how far my poem will stand on every tree.

Your place full of joy, your shepherds' stay,

Their brook, their maple trees, their source, their tender myrtle trees,

Their valleys, their mountains, their flowers and their stones,

Your homeland of peace, I wish to be with you,

Nowhere else but with you; obsessed with your lust

I want to forget the earthly and myself.

Like Perseus when he first saw Andromedes,

Was enraptured by her drawing in the middle of the air,

So that he could scarcely rule the horse,

No other love should lead me from you either,

Bite me the last death here all of a sudden,

And Venus buries me where her Adonis lies.

 

(From: Secular Poems, Mixed Youth Poems)

Oden und Gesänge, 2.

Wol dem, der weit von hohen Dingen

Den Fuß stellt auff der Einfalt Bahn;

Wer seinen Muth zu hoch wil schwingen,

Der stöst gar leichtlich oben an.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

Ein hohes Schloß wird von den Schlägen

Deß starcken Donners mehr berührt;

Wer weit wil, fellt offt auß den Wegen

Und wird durch seinen Stoltz verführt.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Auff grosser See sind grosse Wellen,

Viel Klippen, Sturm und harter Wind;

Wer klug ist, bleibet bey den Quellen,

Die in den grünen Wäldern sind.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Hat Phyllis gleich nicht Gold und Schätze,

So hat sie doch, was mir gefellt;

Wormit ich mein Gemüt' ergetze,

Wird nicht erkaufft umb Gut und Geldt.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Man steth bey reicher Leute Pforte

Sehr offt und kömpt doch selten ein;

Bey ihr bedarff es nicht der Worte,

Was ihr ist, ist nicht minder mein.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

Glentzt sie gleich nicht mit theuren Sachen,

So gläntzt doch ihrer Augen Liecht:

Gar viel muß Hoffart schöne machen,

Ihr schlechter Schein betreugt micht nicht.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Ist sie gleich nicht von hohem Stande,

So ist sie dennoch auß der Welt;

Hat sie gleich keinen Sitz im Lande,

Sie selbst ist mir ein weites Feldt.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Wer wil, mag in die Lüfften fliegen,

Mein Ziel erstreckt sich nicht so weit;

Ich lasse mich an dem begnügen

Was nicht bemüht und doch erfreut

Und lobe billich meinen Sinn,

Und meine schöne Schäfferinn.

(Aus : Oden und Gesänge)

Odes and Chants, 2.

Wol dem, der weit von hohen Dingen

Den Fuß stellt auff der Einfalt Bahn;

Wer seinen Muth zu hoch wil schwingen,

Der stöst gar leichtlich oben an.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

Ein hohes Schloß wird von den Schlägen

Deß starcken Donners mehr berührt;

Wer weit wil, fellt offt auß den Wegen

Und wird durch seinen Stoltz verführt.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Auff grosser See sind grosse Wellen,

Viel Klippen, Sturm und harter Wind;

Wer klug ist, bleibet bey den Quellen,

Die in den grünen Wäldern sind.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Hat Phyllis gleich nicht Gold und Schätze,

So hat sie doch, was mir gefellt;

Wormit ich mein Gemüt' ergetze,

Wird nicht erkaufft umb Gut und Geldt.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Man steth bey reicher Leute Pforte

Sehr offt und kömpt doch selten ein;

Bey ihr bedarff es nicht der Worte,

Was ihr ist, ist nicht minder mein.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

Glentzt sie gleich nicht mit theuren Sachen,

So gläntzt doch ihrer Augen Liecht:

Gar viel muß Hoffart schöne machen,

Ihr schlechter Schein betreugt micht nicht.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Ist sie gleich nicht von hohem Stande,

So ist sie dennoch auß der Welt;

Hat sie gleich keinen Sitz im Lande,

Sie selbst ist mir ein weites Feldt.

Ein Jeder lobe seinen Sinn,

Ich liebe meine Schäfferinn.

 

Wer wil, mag in die Lüfften fliegen,

Mein Ziel erstreckt sich nicht so weit;

Ich lasse mich an dem begnügen

Was nicht bemüht und doch erfreut

Und lobe billich meinen Sinn,

Und meine schöne Schäfferinn.

(Aus : Oden und Gesänge)

Oden und Gesänge, 3.

Jetzund kömpt die Nacht herbey,

Vieh und Menschen werden frey,

Die gewünschte Ruhe geht an;

Meine Sorge kömpt heran.

 

Schöne gläntzt der Mondenschein

Und die gülden Sternelein;

Froh ist alles weit und breit,

Ich nur bin in Traurigkeit.

 

Zweene mangeln überall

An der schönen Sternen Zahl;

Diese Sternen, die ich mein',

Ist der Liebsten Augenschein.

 

Nach dem Monden frag' ich nicht,

Tunckel ist der Sternen Liecht,

Weil sich von mir weggewendt

Asteris, mein Firmament.

 

Wann sich aber neigt zu mir

Dieser meiner Sonnen Ziehr,

Acht' ich es das beste seyn,

Daß kein Stern noch Monde schein.

(Aus : Oden und Gesänge)

Odes and Chants, 3.

Now comes the night

Cattle and people become free,

The desired rest goes on;

My concern is approaching.

 

The moonlight shines beautifully

And the golden starlets;

Everything is happy far and wide,

I'm just sad.

 

Two are lacking everywhere

On the beautiful star number;

These stars that I mean

Is the dearest inspection.

 

After the moon I don't ask

Tunckel is the light of the stars,

Because turns away from me

Asteris, my firmament.

 

But when leans towards me

This one of my sun draws,

I think it's the best

That no star or moons shine.

 

(From: Odes and Chants)

Oden und Gesänge, 4.

Kompt, last uns außspatzieren,

Zu hören durch den Wald,

Die Vögel musiciren,

Das Berg und Thal erschallt.

 

Wol dem, der frey kan singen,

Wie ihr, ihr Volck der Lufft;

Mag seine Stimme schwingen

Zu der, auff die er hofft.

 

Ich werde nicht erhöret,

Schrey ich gleich ohne Rhu;

Die so mich singen lehret

Stopfft selbst die Ohren zu.

 

Mehr wol dem, der frey lebet,

Wie du, du leichte Schar,

In Trost und Angst nicht schwebet,

Ist ausser der Gefahr.

 

Ihr werdet zwar umbgangen,

Doch helt man euch in Werth,

Ich bin von der gefangen,

Die meiner nicht begehret.

 

Ihr könnt noch Mittel finden,

Entfliehen auß der Pein,

Sie muß noch mehr mich binden,

Soll ich erlöset sein.

(Aus : Oden und Gesänge)

Odes and Chants 4.

Come,, let's walk out

To be heard through the forest,

The birds make music,

The mountain and valley resound.

 

Who can sing freely

Like you, you people of the Lufft;

May his voice vibrate

To whom he hopes.

 

I will not be heard

I scream at once without Rhu;

That teaches me to sing

Plugs your own ears.

 

Better for the one who lives freely,

Like you, you light bunch,

In comfort and fear does not float,

Is out of danger.

 

You will be bypassed

But if you are valued,

I'm caught by the

Which mine does not desire.

 

You can still find means

Escape from the torment

She must bind me even more

Shall I be redeemed.

 

(From: Odes and Chants)

Oden und Gesänge, 7.

Ach Liebste, laß uns eilen,

Wir haben Zeit,

Es schadet uns verweilen

Uns beyderseit.

 

Der edlen Schönheit Gaben

Fliehen Fuß für Fuß,

Daß alles, was wir haben,

Verschwinden muß.

 

Der Wangen Ziehr verbleichet,

Das Haar wird greiß,

Der Augen Feuer weichet,

Die Brunst wird Eiß.

 

Das Mündlein von Corallen

Wird ungestalt,

Die Händ' als Schnee verfallen,

Und du wirst alt.

 

Drumb laß uns jetzt geniessen

Der Jugend Frucht,

Eh' als wir folgen müssen

Der Jahre Flucht.

 

Wo du dich selber liebest,

So liebe mich,

Gieb mir das, wann du giebest,

Verlier auch ich.

(Aus : Oden und Gesänge)

Odes and Chants, 7.

Oh dearest, let's hurry

We have time,

It hurts us to linger

Both of us.

 

Gifts of noble beauty

Flee foot by foot

That all we have

Must go.

 

Ziehr's cheeks are pale,

The hair will tear

The fire of the eyes gives way,

The heat turns into ice.

 

The mouth of corals

Becomes deformed,

The hands fall as snow

And you are getting old.

 

Now let's enjoy the drumb

The fruit of youth,

Eh 'than we have to follow

The years of flight.

 

Where you love yourself

So love me

Give me this when you give

I lose too.

 

(From: Odes and Chants)

Oden und Gesänge, 10.

Ich kan mich zwar zu dir begeben

Jetzt wann ich wil, mein Vatterland,

Nun ich befreyt bin von dem Leben,

Bey dem kein Glück ist und Bestand;

Doch helt mich noch der Liebe Band,

Der ich zu schwach zu widerstreben.

 

Vor hab' ich mich zu dir gewendet,

Kein Ort gefiel mir besser nicht;

Nun hat sich alle Lust geendet,

Nach dem ich meines Hertzens Liecht,

Was jederman darwider spricht,

Mit seiner Anmuth gantz verblendet.

 

Vor wann die Morgenröhte lachte

Und ließ sich sehen auff ihrer Bahn,

So grüßt' ich sie, wann ich erwachte;

Jetzt ist es alles nun gethan,

Weil ich mein Lieb nur preisen kan

Und allzeit ihre Ziehr betrachte.

 

Vor hab' ich zu den kühlen Flüssen

Und klaren Brunnen mich gesellt;

Die Rosen, Lilien und Narcissen

Liebt' ich für alles auff der Welt;

Jetzt weiß ich viel ein schöner Feldt,

Und hoffe sein noch zu geniessen.

 

Ihr Bircken und ihr hohen Linden,

Ihr Wüsten und du stiller Waldt,

Lebt wol mit euren tieffen Gründen

Und grünen Wiesen mannigfalt;

Mein Trost und bester Auffenthalt

Ist sonstwo als bey euch zu finden.

Odes and Chants, 10.

I can go to you

Now when I want, my fatherland,

Now I'm free from life

Where there is no luck and persistence;

But the love band still holds me

Which I too weak to resist.

 

Before I turned to you

There was no place I didn't like better;

Now all pleasure has ended

After which I love my heart

What everyone speaks against

Quite blinded with his grace.

 

Before when the morning roar laughed

And let himself be seen on her path

So I greet her when I wake up;

Now it's all done

Because I can only praise my love

And always contemplate her drawing.

 

I plan to go to the cool rivers

And a clear well joined me;

The roses, lilies and narcissuses

I love for everything in the world;

Now I know a lot a beautiful field

And hope to still enjoy it.

 

You birches and you tall linden trees,

You deserts and you quiet forest,

Live well with your deep reasons

And green meadows varied;

My consolation and best stay

Is to be found anywhere but with you.

Oden und Gesänge, 10.

Ihr schwartzen Augen ihr, und du auch schwartzes Haar,

Der frischen Flavien, die vor mein Hertze war,

Auff die ich pflag zu richten,

Mehr als ein Weiser soll,

Mein Schreiben, Thun und Tichten,

Gehabt euch jetzund wol.

 

Nicht gerne sprech' ich so, ruff' auch zu Zeugen an

Dich, Venus, und dein Kind, daß ich gewiß hieran

Die minste Schuldt nicht trage,

Ja alles Kummers voll

Mich stündlich kränck' und plage,

Daß ich sie lassen soll.

 

Ihr Parcen, die Ihr uns das Thun deß Lebens spinnt,

Gebt mir und ihr das, was ich ihr und sie mir gönnt,

Weil ich's ja soll erfüllen,

Soll zähmen meinen Fuß,

Und wieder Lust und Willen

Auch nachmals sagen muß:

Ihr schwartzen Augen ihr, und du auch schwartzes Haar,

Der frischen Flavien, die vor mein Hertze war,

Auff die ich pflag zu richten,

Mehr als ein Weiser soll,

Mein Schreiben, Thun und Tichten,

Gehabt euch jetzund wol.

Odes and Chants, 10.

You black eyes, and you black hair too,

The fresh flavien that was before my heart,

To whom I plead to judge

More than a wise man should

My writing, doing and doing,

Have you guys now

 

I don't like to speak like that, also to call witnesses

You, Venus, and your child, that I am certain of this

Do not bear the smallest debt,

Yes, full of grief

I sick and plague me every hour,

That I should let her.

 

You parc, who spin us doing this life,

Give me and her what I allow her and she to me,

Because I am supposed to do it,

Shall tame my foot

And again desire and will

I must also say afterwards:

 

You black eyes, and you black hair too,

The fresh flavien that was before my heart,

To whom I plead to judge

More than a wise man should

My writing, doing and doing,

Have you guys now

Oden und Gesänge, 12.

Ich empfinde fast ein Grauen

Daß ich, Plato, für und für

Bin gesessen über dir;

Es ist Zeit hinauß zu schauen

Und sich bey den frischen Quellen

In dem Grünen zu ergehn,

Wo die schönen Blumen stehn

Und die Fischer Netze stellen.

 

Worzu dienet das Studieren

Als zu lauter Ungemach?

Unter dessen laufft die Bach

Unsers Lebens, das wir führen,

Ehe wir es inne werden,

Auff ihr letztes Ende hin,

Dann kömpt ohne Geist und Sinn

Dieses alles in die Erden.

 

Hola, Junger, geh' und frage

Wo der beste Trunck mag seyn,

Nimb den Krug und fülle Wein.

Alles Trauren, Leid und Klage

Wie wir Menschen täglich haben,

Eh' uns Clotho fort gerafft,

Will ich in den süssen Safft,

Den die Traube gibt, vergraben.

 

Kauffe gleichfals auch Melonen.

Und vergieß deß Zuckers nicht;

Schaue nur, daß nichts gebricht.

Jener mag der Heller schonen,

Der bey seinem Gold' und Schätzen

Tolle sich zu krencken pflegt

Und nicht satt zu Bette legt;

Ich wil, weil ich kan, mich letzen.

 

Bitte meine gute Brüder

Auff die Music und ein Glaß;

Kein Ding schickt sich, dünck mich, baß,

Als ein Trunck und gute Lieder.

Laß' ich schon nicht viel zu erben,

Ey, so hab ich edlen Wein;

Wil mit Andern lustig seyn,

Wann ich gleich allein muß sterben.

Odes and Chants, 12.

I feel almost horror

That I, Plato, for and for

I sat over you;

It's time to look outside

And by the fresh springs

To walk in the green,

Where the beautiful flowers are

And the fishermen set nets.

 

What is studying for?

As too much trouble?

The brook runs under it

Of our lives that we lead

Before we realize

Towards their final end,

Then you come without mind and spirit

All of this in the earth.

 

Hola, boy, go and ask

Where the best drink may be,

Take the pitcher and fill it with wine.

All sadness, sorrow and complaint

As we humans have every day

Before Clotho pulled us away,

I want in the sweet juice

That the grape gives, bury.

 

Also buy melons.

And don't shed the sugar;

Just see that nothing breaks.

He may spare the pale,

Who with his gold and treasures

Great to krencken

And does not lie to bed full;

I want, because I can, to last myself.

 

Please my good brothers

To the music and a glass;

No thing is suitable, thin me, bass,

As a drink and good songs.

I don't leave much to inherit

Hey, so I have fine wine;

Wanna be merry with others,

When do I have to die alone?

Oden und Gesänge, 13.

Derselbe, welcher diese Nacht

Erst hat sein Leben hingebracht,

Ist eben auch wie die gestorben,

Die längst zuvor verbliechen seyn,

Und derer Leichnam und Gebein

Vor tausend Jahren sind verdorben.

 

Der Mensch stirbt zeitlich oder spat,

So bald er nur gesegnet hat,

So wird er in den Sand versencket

Und legt sich zu der langen Rhu.

Wann Ohr und Auge schon ist zu,

Wer ist, der an die Welt gedencket?

 

Die Seele doch allein und bloß

Fleugt, wann sie wird deß Cörpers loß,

Zum Himmel, da sie her geführet.

Was diesen schnöden Leib betrifft,

Wird nichts an ihm als Stanck und Gifft,

Wie schön er vormals war, gespühret.

Es ist in ihm kein Geist mehr nicht,

Das Fleisch fellt weg, die Haut verbricht,

Ein jeglig Haar das muß verstieben;

Und, was ich achte mehr zu seyn,

Diejenige kömpt keinem ein,

Die er für allem pflag zu lieben.

Der Tod begehrt nichts umb und an;

Drumb, weil ich jetzt noch wüntschen kan,

So wil ich mir nur einig wehlen

Gesunden Leib und rechten Sinn;

Hernachmals, wann ich kalt schon bin,

Da will ich Gott den Rest befehlen.

 

Homerus, Sappho, Pindarus, Anacreon, Hesiodus

Und andere sind ohne Sorgen,

Man red' jetzt auff sie, was man wil;

So, sagt man nun gleich von mir viel,

Wer weiß, geschieht es übermorgen.

 

Wo dient das Wüntschen aber zu,

Als das ein Mensch ohn alle Rhu

Sich Tag und Nacht nur selbst verzehret?

Wer wündschet, kränckt sich jederzeit;

Wer todt ist, ist ohn alles Leid.

O, wohl dem, der nichts mehr begehret!

Odes and Chants, 13.

The same one that night

First his life brought

Just died like them,

Who long ago had remained

And their corpses and bones

A thousand years ago are corrupt.

 

Man dies in time or in time,

As soon as he has only blessed

So he is sunk into the sand

And lies down next to the long Rhu.

When the ears and eyes are closed

Who is who thinks of the world?

 

The soul alone and bare

Peeps when she will let go of the body,

To heaven, since it brought you here.

As for this vile body

There will be nothing in him but bad smell and poison,

How beautiful he was before, felt.

 

There is no longer any spirit in him

The flesh falls away, the skin burns,

Any hair that has to be thrown away;

And what I consider to be more

That one does not come to anyone

Which he pledges to love for everything.

 

Death does not desire anything;

Drumb, because now I can still wish

So I just want to vote in unity

Healthy body and right mind;

Afterwards, when I'm already cold

I want to command God to do the rest.

 

Homerus, Sappho, Pindarus, Anacreon, Hesiodus

And others are carefree

Now speak to them what you want;

So, they say a lot about me right now,

Who knows, it will happen the day after tomorrow.

 

But where does the wish serve

As a person without all Rhu

Just consumed yourself day and night?

Whoever desires is always ailing;

Who is dead is without all sorrow.

Oh well, he who desires nothing more!

Oden und Gesänge, 14.

O wol dem, der die rechte Zeit

In allen Dingen siehet

Und nicht nach dem, was allbereit

Hinweg ist, sich bemühet,

Der kennet, was er lieben soll

Und was er soll verlassen;

Er lebet frey und allzeit wohl

Und darff sich selbst nicht hassen.

 

Die Göttin der Gelegenheit

Ist fornen nur mit Haaren,

Im Nacken bleibt sie kahl allzeit;

Drumb laß sie ja nicht fahren,

Weil du sie bey der Stirnen hast,

Der Tag gehet eylends nieder,

Die Stunden lauffen ohne Rast,

Und kommen gantz nicht wieder,

Odes and Chants, 14.

Oh well him who has the right time

See in all things

And not after what is all ready

Is gone, endeavors

He knows what to love

And what he should leave;

He lives freely and at all times

And don't hate yourself.

 

The goddess of opportunity

Is fornen only with hair,

It remains bald on the neck at all times;

Don't let them drive the drumb

Because you have them on your forehead

The day falls eylends,

The hours run without rest

And won't come back at all

Oden und Gesänge, 16.

Sei wolgemuth, laß Trauren sein,

Auf Regen folget Sonnenschein;

Es gibet endlich doch das Glück

Nach Toben einen guten Blick.

 

Vor hat der rauhe Winter sich

An uns erzeiget grimmiglich,

Der ganzen Welt Revier gar tief

In einem harten Traume schlief.

 

Weil aber jetzt der Sonnen Licht

Mit vollem Glanz heraußer bricht

Und an dem Himmel höher steigt,

Auch alles fröhlich sich erzeigt,

 

Das frostig Eis muß ganz vergehn,

Der Schnee kann gar nicht mehr bestehn,

Favonius, der zarte Wind

Sich wieder auf die Felder findt,

 

Die Saate gehet auf mit Macht,

Das Grase grünt in vollem Pracht,

Die Bäume schlagen wieder aus,

Die Blumen machen sich heraus.

Das Vieh in Felden inniglich,

Das Wild in Püschen freuet sich,

Der Vögel Schar sich fröhlich schwingt

Und lieblich in den Lüften singt:

So stelle du auch Trauren ein,

Mein Herz, und laß dein Zagen sein,

Vertraue Gott und glaube fest,

Daß er die Seinen nicht verläßt.

 

Ulysses auch, der freie Held,

Nachdem er zehn Jahr in dem Feld

Vor Troja seine Macht versucht,

Zog noch zehn Jahr um in der Flucht.

 

Durch Widerwertigkeit im Meer

Ward er geworfen hin und her,

Noch blieb er standhaft allezeit

In Noth und Tod, in Lieb und Leid.

 

Die Circe mit der Zauberkunst

Bracht' ihn niemals zu ihrer Gunst;

Auch der Sirenen süßer Mund

Und Harfen ihn nicht halten kunt.

 

Er warf doch endlich von sich noch

Des rauhen Lebens schweres Joch,

Penelopen er wieder fand

Und Ithacen, sein Vaterland.

 

So bis du auch getrost, mein Herz,

Und übersteh des Glückes Scherz,

Trau Gott, sei nur auf ihn bedacht;

Die Hoffnung nicht zu Schanden macht.

Oden und Gesänge, 16.

Be of good cheer, let be sadness,

Rain is followed by sunshine;

There is finally happiness after all

A good look after romping around.

 

The rough winter is ahead

Show us grimly

The whole world’s territory is deep

Slept in a hard dream.

 

But because now the sun is light

It breaks out with full shine

And the sky rises higher

Everything also shows itself happily

 

The frosty ice must go away completely

The snow can no longer exist

Favonius, the tender wind

Finds himself in the fields again,

 

The seeds grow with power

The grass is green in full splendor,

The trees are falling again

The flowers stand out.

 

The cattle in Felden heartily,

The wild animal in puddles is happy

The flock of birds swings happily

And sings sweetly in the air:

 

This is how you set up griefs too,

My heart and let your courage be

Trust God and believe firmly

That he does not abandon his people.

 

Ulysses too, the free hero,

After spending ten years in the field

Tried his power before Troy,

Moved on the run for another ten years.

 

By repugnance in the sea

If he was thrown this way and that,

He still remained steadfast at all times

In need and death, in love and sorrow.

 

The circe with magic

Never brought him to her favor;

The siren's sweet mouth too

And harps can't hold him.

 

He finally threw off himself

The heavy yoke of life

He found Penelopen again

And Ithacen, his fatherland.

 

So see you in good spirits, my heart,

And survive the joke of happiness,

Trust God, just watch out for him;

Hope does not put to shame.

Oden und Gesänge, 21.

An Herrn Esaias Sparern

Vier mal ist der Frühling kommen;

Vier mal hat die Winterszeit

Von den Wäldern abgenommen

Ihr begrüntes Sommerkleid,

Seit daß wir gebracht sind worden

In der treuen Freundschaft Orden.

 

Wie viel Tage sind verflossen

Inner Freud' und guter Lust,

Wann wir uns den Sinn begossen

Mit Lyäus seiner Kost;

Doch nicht wie die rauhen Scythen,

Die den ganzen Wanst voll schütten.

 

Wie ein Schiffer an dem Rande

Seinen krummen Nachen führt[39]

Und sich nicht weit helt vom Lande,

Wann er starke Wellen spürt,

So auch muß es sein im Trinken,

Wollen wir nicht untersinken.

 

Sehn wir in der Schale springen,

Ungern, deinen klaren Wein,

Können wir uns auch bezwingen,

Daß wir lange nüchtern sein?

Es muß alles, was uns kränket,

In das Weinfaß sein versenket.

 

Wann wir dann so viel genommen,

Daß der angenehme Saft

Etwas in die Stirn' ist kommen,

Da kriegt Herz und Zunge Kraft,

Da wird alles ausgelassen,

Was uns taug und was wir hassen.

 

Warum dieses sei zu meiden,

Warum das nicht könne sein,

Warum der und der uns neiden,

Jener auch nur falschen Schein

Des Gemüthes von sich gibet,

Herzlich haßt und mündlich liebet.

 

O ihr Matten, o ihr Wiesen,

Du Gebirge, welches wir

Nennen von den alten Riesen,

O ihr warmen Bäder ihr,

Ihr Napäen habt vernommen,

Was uns oftmals ein ist kommen.

So ergetzt uns hier auf Erden

Ein schön Glas und ein schön Buch,

Biß wir eingehüllet werden

In ein Stücke leinen Tuch.[40]

Weil wir mehr nicht mit uns nehmen,

Sollen wir uns dann viel grämen?

 

Werden wir auch sonst nichts lassen,

(Dann sich um das Eigenthum

Niemand schlagen wird und hassen)

So bleibt doch ein guter Ruhm,

Den der Tod uns nicht kan sterben

Und kein Mensch mit Geld erwerben.

 

Du durchrennst mit freiem Zügel

Des geehrten Lobes Pfad

Durch des hohen Adlers Flügel,

Welcher dich zu Diensten hat

Und auch mich wil höher heben,

Mir Helm, Schild und Adel geben.

 

Dieses sind die Gift und Gaben,

Die uns über allen Neid,

Wann wir lange sind vergraben,

Heben sollen jederzeit;

Diese Schätz' und Güter machen,

Daß wir Hohn und Haß verlachen.

 

Wann die Mißgunst tausend Zungen

Hette feindlich ausgestreckt

Und käm' auf uns zu gedrungen,

Doch so bleiben wir verdeckt

In der Treu und Tugend Schatten,

Da kein Neid kan hingerathen.

 

Nun wolan, mit dem Bedinge

Laß uns bleiben, wie wir sein!

Da ich dann darauf dir bringe

Dieses große Schiff voll Wein,

Daß dich wol nicht mehr sol dürsten,

Auf Gesundheit unsers Fürsten.

Odes and Songs, 21.

To Herrn Esaias Sparern

Spring has come four times;

The winter time is four times

Taken from the woods

Your green summer dress,

Ever since we were brought

Order of faithful friendship.

 

How many days have passed

Inner joy and joy,

When we doused our minds

With Lyäus his food;

But not like the rough scythes,

That fill the whole paunch full.

 

Like a boatman on the edge

His crooked boat leads [39]

And not far from the country

When he feels strong waves

It must be the same in drinking,

Don't we want to go under.

 

See we jump in the bowl

Reluctantly, your clear wine,

Can we conquer ourselves

That we should be sober for a long time?

Everything that offends us must

To be sunk in the wine barrel.

 

Then when we took so much

That the pleasant juice

Something in the forehead has come

Heart and tongue get strength

Everything is left out

What we are good at and what we hate.

 

Why this should be avoided

Why that couldn't be

Why so and so envy us

That only false appearance

The mind gives off,

Heartfelt hates and oral love.

 

O you mats, O you meadows,

You mountains, which we

Calling from the old giants

O you warm baths,

You Napaea have heard

What we often come across is coming.

 

So please us here on earth

A nice glass and a nice book

Bit we are enveloped

In a piece of linen cloth. [40]

Because we don't take more with us

Should we grieve a lot then?

 

We won't leave anything else

(Then about the property

Nobody will hit and hate)

So good fame remains,

That death cannot die us

And no one can earn money with anyone.

 

You run through with a free rein

Path of honored praise

Through the wings of the great eagle,

Who has you at your service

And also want to lift me higher

Give me a helmet, a shield, and nobility.

 

These are the poisons and gifts

Who envy us above all,

When we're buried long

Should lift at any time;

Make these treasures and goods,

That we laugh at scorn and hatred.

 

When the resentment a thousand tongues

Reached out hostile

And if I came to us,

But so we remain hidden

In the shade of faithfulness and virtue,

There can be no envy.

 

Well, let's go with the condition

Let us stay as we are!

Since then I bring you on it

This great ship full of wine

That you should no longer thirst,

To the health of our prince.

Sonnete, 4.

Ueber den Queckbrunnen zum Buntzlau in Schlesien

Du unerschöpffte Lust, du Wohnhauß aller Freuden,

Du Bad der Naiaden, du köstliche Fonteyn,

So lieblich als von dir entspringe Milch und Wein,

Bey dessen grüner Lust die Schafe sicher weiden,

 

Laß mich, den Ueberfluß der Eitelkeit zu meiden,

Bey deinem Quell' allhier von Sorgen ledig seyn,

Daß dich ja nimmermehr der Sonnen heisser Schein,

Noch deine klare Bach was Trübes thu beleiden.

 

Bey dir wüntsch ich zu seyn, bey dir, mein Vatterland,

Hierher nun hab' ich gantz den Muth und Sinn gewandt,

Mir ist die gantze Welt bey deinen schönen Flüssen;

 

Drumb soll dich auch hinfort erheben meine Hand:

So weit der grosse Rein und Donau sich ergiessen,

Wirst du, du edler Quell, in gleichen seyn bekandt.

Sonnet, 4.

About the fountains in Bunzlau in Silesia

You inexhaustible lust, you dwelling house of all joys,

You bath of the Naiads, you delicious Fonteyn,

As lovely as milk and wine spring from you,

In whose green lust the sheep will safely graze,

 

Let me avoid the excess of vanity,

Be free of worries by your source,

That the sun's hot glow will never

Nor do you offend your clear brook what troubled you.

 

With you I wish to be, with you, my fatherland,

Here now I have turned my courage and my mind

The whole world is to me by your beautiful rivers;

 

Drumb should lift you up my hand from now on:

As far as the great Rein and Danube pour out,

Will you, you noble source, be known in the same way.

Sonnete, 7.

An die Bienen

Ihr Honigvögelein, die ihr von den Violen

Und Rosen abgemeyt den wundersüssen Safft,

Die ihr dem grünen Klee entzogen seine Krafft,

Die ihr das schöne Feld so offt und viel bestohlen,

 

Ihr Feldeinwohnerin, was wollet ihr doch holen

Daß, so euch noch zur Zeit hat wenig Nutz geschafft,

Weil ihr mit Dienstbarkeit deß Menschen seyd behafft,

Und ihnen mehrentheils das Honig müsset zollen?

[26]

Kompt, kompt zu meinem Lieb', auff ihren Rosenmund,

Der mir mein kranckes Hertz hat inniglich verwundt,

Da solt ihr Himmelspeis' auch überflüssig brechen;

 

Wann aber jemand sie wil setzen in Gefahr,

Und ihr ein Leyd anthun, dem solt du starcke Schar

Für Honig Galle seyn, und ihn zu Todte stechen.

Sonnete, 7.

To the bees

You honey birds, those of the violas

And roses meyed the wonderfully sweet juice,

Who withdrew its strength from the green clover,

You who steal the beautiful field so often and much,

 

You field inhabitants, what are you going to get

That, if you still have little use at the time,

Because you manage that human being with servitude,

And most of the honey has to be paid to them?

Compt, compt to my love, open her rose mouth,

Who wounded my sick heart deeply,

You should also break the food from heaven unnecessarily;

 

But when someone will put them in danger

And do her a leery, to whom you should be a strong crowd

Be gall for honey, and sting him to death.

Sonnete, 9.

Auff einen Kuß

           Auch zum Theil auß dem Holländischen.

Auff alle meine Noth, auff so viel Angst und Klagen,

Auff Seufftzen, Ach und Weh, auff höchste Traurigkeit,

Auff das, wodurch mein Hertz' empfandt sein tieffes Leid,

Wird doch mein Lieb bewegt mir eins nicht abzuschlagen.

 

Ich mag gewißlich wol von gutem Glücke sagen,

Sie kam ja endlich noch, die sehr gewüntschte Zeit,

Und hat mir Hertz und Sinn durch einen Kuß erfreut;

Ich habe diese Gunst doch endlich weg getragen.

 

Der Thau, der süsse Thau, der auff den Lippen schwebt,

Der Marck und Bein erquickt, dadurch mein Geist noch lebt,

Kan alle meine Furcht' und Trauren von mir scheiden.

Ihr Götter, die ihr schaut hier zu uns Menschen her,

Kehrt ja mir diese Freud' und Trost in kein Beschwer,

Der Kuß ist wol verkaufft umb solche Noth und Leyden.

Sonnete, 9.

Auff einen Kuß

           Auch zum Theil auß dem Holländischen.

On all my needs, on so much fear and complaints,

To sighs, alas and woes, to the greatest sadness,

On what my heart felt his deep sorrow,

But my love moves me not to refuse one thing.

 

I can certainly say of good luck,

It finally came, the very much desired time,

And gave me heart and soul with a kiss;

I finally carried away this favor.

 

The dew, the sweet dew that hovers on the lips,

Who refreshes Marck and Bein, so my spirit is still alive,

Can separate all my fears and sorrow from me.

 

You gods, you who look here to us humans,

Doesn't this joy and consolation turn into any complaint,

The kiss is well sold for such Noth and Leyden.

Sonnete, 11.

In mitten Weh und Angst, in solchen schweren Zügen,

Dergleichen nie gehört in einer solchen Zeit,

Da Treu und Glauben stirbt, da Zwietracht, Grimm und Neidt

Voll blutiger Begier gehäufft zu Felde liegen,

 

Da unverfänglich ist, Gericht und Recht zu biegen,

Da Laster Tugend sind, wie bin ich doch so weit

In Thorheit eingesenckt? Der Liebsten Freundligkeit,

Ihr blüendes Gesicht, ihr angenehmes Kriegen,

 

Ihr Wesen, Thun und Art, das ist es, was ich mir

Bloß eingebildet hab' und rühme für und für.

Diß Leid, diß Jammer sehn und dennoch nichts als lieben?

 

Die klüger sind als ich schleust man in Clausen ein.

Ihr Mussen, last mich gehn; es muß doch endlich seyn

Was anders oder ja gar nichts nicht mehr geschrieben.

Sonnete, 11.

In the midst of pain and fear, in such heavy features,

Never heard of such a thing in such a time

Since good faith dies, there is discord, grim and envy

Lie heaped in the field full of bloody desire,

 

Since it is harmless to bend judgment and justice,

Since vice is virtue, how far am I?

Sunk in folly? Dearest friendliness,

Her blooming face, her pleasant war,

 

Your essence, action and nature, that's what I look for

Just imagined and boast for and for.

That sorrow, that sorrow to see and yet nothing but love?

 

Those who are smarter than me are smuggled into Clausen.

You must, let me go; it must finally be

Something different or nothing at all is no longer written.

Sonnete, 15.

An der Liebsten Vatterland

Ich machte diese Verß in meiner Pierinnen

Begrünten Wüsteney, wie Deutschland embsig war

Sein Mörder selbst zu seyn, da Herdt und auch Altar

In Asche ward gelegt durch trauriges Beginnen

 

Der blutigen Begier, da gantzer Völcker Sinnen

Und Tichten ward verkehrt, da aller Laster Schar,

Mord, Unzucht, Schwelgerey und Triegen gantz und gar

Den Platz der alten Ehr' und Tugend hielten innen.

 

Damit die böse Zeit nun würde hingebracht,

Hab' ich sie wollen hier an leichte Reime wenden.

Mars thuts der Liebe nach, daß er der Thränen lacht;

 

Mein Krieg ist lobens werth, und seiner ist zu schänden;

Dann meiner wird gestillt durch zweyer Leute Schlacht,

Den andern können auch viel tausend noch nicht enden.

Sun, 15.

To the dearest homeland

 

I made this forgotten in my Pierinnen

Greened Wüsteney, like Germany was bustling

To be his own murderer, there Herdt and also Altar

It was laid in ashes by a sad beginning

 

The bloody desire, there all the Völcker senses

And Tichten was perverted, when all vices were flocked,

Murder, fornication, indulgence and trifling all over the place

The place of old honor and virtue was kept inside.

 

So that the bad times would now be brought

Did I want you to turn to easy rhymes here.

Mars does love to laugh at tears;

 

My war is praiseworthy, and it is to be desecrated;

Then mine will be satisfied by two people's battle,

The other cannot end even many thousands.

Elegien, 16.

Beschluß-Elegie

Das blinde Liebeswerck, die süsse Gisst der Sinnen

Und rechte Zauberey hat letzlich hier ein End';

Es wird das lose Kind, so mich verführen können,

Gott Lob, jetzt gantz und gar von mir hinweg gewendt.

Nun suche, wo du wilt, dir anderwerts Poeten;

Hier, Venus, hab' ich mir gesteckt mein eignes Ziel;

Es ist mir deine Gunst jetzt weiter nicht von Nöthen;

Ich haß' all' Eitelkeit, es liebe, wer da wil.

Was meine schwache Hand vor dieser Zeit geschrieben,

Durch deinen Geist geführt, das ist der Jugend Schuld.

Ich werde weiter nicht von solcher Lust getrieben;

Was dir gehässig ist, zu diesem trag' ich Huld.

Wann Urtheil und Verstand bey mir zu Rathe sitzen,

So hattest du mir zwar bethört den jungen Sinn,

Jetzt seh' ich, daß dein Sohn sey ohne Wahn und Witzen,

Du aber, Venus, selbst ein' edle Kuplerinn.[30]

Dein Wesen ist ein Marckt, da Leid wird feil getragen,

Ein Winckel, da Verdruß und Wehmuth innen steht,

Ein' Herberg' aller Noth, ein Siechhauß vieler Plagen,

Ein Schiff der Pein, ein Meer, da Tugend untergeht.

Wo soll die Schönheit seyn, wann alles wird vergehen,

Die Lippen von Corall, diß Alabaster-Bild,

Die Augen, so ihr seht gleich als zwo Sonnen stehen,

Der rothe Rosenmund, der weissen Brüste Schild?

Sie sollen, und wir auch, als Asch' und Staub entfliehen

Und allzugleiche gehn den Weg der Eitelkeit:

Pracht, Hoffart, Gut und Geld, umb das wir uns so mühen,

Wird Wind und Flügel noch bekommen mit der Zeit.

Ich laß' es alles stehn; das Ende meiner Jugend

Und Frucht der Liebeslust beschließ' ich gantz hierein:

Ein Werck, das höher ist, der Anfang meiner Tugend,

Ob dieses gleich verdirbt, soll nimmer sterblich seyn.

Elegies, 16.

Conclusion Elegy

 

The blind love work, the sweet pouring of the senses

And right magic ultimately has an end here ';

It will be the loose child, so can seduce me

Praise God, now completely turned away from me.

Now look for poets for yourself wherever you want;

Here, Venus, I have set my own goal;

Your favor is now no longer of necessity to me;

I hate 'all' vanity, love whoever wants to.

What my weak hand wrote before this time

Guided by your spirit, it is the fault of the youth.

I am no longer driven by such pleasure;

What is hateful to you, for this I bear grace.

When judgment and understanding sit with me for advice,

Though you had thrown the young mind off me,

Now I see that your son is without madness and jokes,

But you, Venus, are a noble cupid yourself. [30]

Your being is a marckt, because suffering is sold for sale,

A corner, because there is annoyance and sadness inside,

A 'hostel' for all hardships, a shelter of many plagues,

A ship of torment, a sea where virtue goes under.

Where should the beauty be, when will it all pass,

Corall's lips, this alabaster picture,

The eyes, so you can see as two suns stand,

The red rose mouth, the shield of the white breasts?

They should, and we too, flee as ash and dust

And all of them go the way of vanity:

Splendor, arrogance, good and money that we strive so hard for,

Will get wind and wings in time.

I'll let it all stand; the end of my youth

And fruit of the lust for love I decide to go in here:

A work that is higher, the beginning of my virtue,

Whether this perishes immediately should never be mortal.

Epigramme, 1. Aus dem Herrn von Pibrac

Zum Beten setze dich, wie jener Grieche lehret,

Denn Gott wil auf der Flucht nicht angerufen sein;

Er heißet und begehrt ein starkes Herz allein;

Das hat man aber nicht, wann er es nicht verehret.

Epigramme, 1. For Sir von Pibrac

Sit down to pray, as that every Greek teaches,

For God does not want to be called upon on the flight;

He is called and desires a strong heart alone;

But you don't have that when he doesn't worship it.

Epigramme, 3. Aus dem Catone

Ist Gott ein reiner Geist, wie die Poeten lehren,

So solstu gleichfals ihn mit reinem Herzen ehren.

Epigramme, 3. From Cato

Is God a pure spirit as the poets teach

So you should honor him with a pure heart at the same time.

Epigramme, 4. 

Dich hette Jupiter, nicht Paris, ihm erkoren,

Und würd' auch jetzt ein Schwan, wann dich kein Schwan geboren;

Du heißest Helena und bist auch so geziert,

Und werest du nicht keusch, du würdest auch entführt.

Epigramme, 4. 

Jupiter, not Paris, would have chosen you for him,

And would you be a swan now, when no swan gave birth to you;

Your name is Helena and you are so adorned

And if you weren't chaste, you'd be kidnapped too.

Epigramme, 6. 

Du sagst, es sei der Spiegel voller List

Und zeige dich dir schöner als du bist;

Komm, wilt du sehn, daß er nicht liegen kan,

Und schaue dich mit meinen Augen an.

Epigramme, 6. 

You say it's the mirror full of cunning

And show yourself more beautiful than you are;

Come on, if you want to see that he can't lie

And look at you with my eyes

Epigramme, 5. Aus dem Anacreon

Die Erde trinkt für sich, die Bäume trinken Erden;

Vom Meere pflegt die Luft auch zu getrunken werden;

Die Sonne trinkt das Meer, der Monde trinkt die Sonnen,

Wolt dann ihr Freunde mir das Trinken nicht vergonnen?

Epigramme, 5. From Anacreon

The earth drinks for itself, the trees drink earth;

The air tends to be drunk from the sea;

The sun drinks the sea, the moon drinks the sun,

Don't you friends want me to forget drinking?

Epigramme, 8.  Auf einen Meuchelmörder

O du unmenschlichs Mensch, was Leidens Pein und Schmerzen

Gleicht deiner schnöden That! Bleibt unverweicht, ihr Herzen,

Wofern ihr gute Frucht des Vaterlandes seid;

Dann hier barmherzig sein, ist Unbarmherzigkeit.

Epigramme, 8.  For a murder

O you inhuman man, what pain and suffering

Resembles your vile deed! Remain undisturbed, their hearts,

If you are the good fruit of the country;

Then being merciful here is ruthlessness.

Epigramme, 10.

Ihr Götter, sol mich dann des schnöden Glückes Neid

Nicht lassen? Muß ich mich begeben in den Streit?

Ach laßt mich, laßt mich hier; der Krieg ist nicht von nöthen:

Laßt mich der Liebsten nur, sie kan mich besser tödten.

Epigramme, 10.

Ye gods, let me envy my dismal happiness

Do not let? Do I have to get into the fight?

Oh leave me, leave me here; war is not necessary:

Just leave me the dearest, she can kill me better.

Epigramme, 12. 

Ihr Lichter, die man sieht am hohen Himmel schweben,

Ruft auf von ihrem Schlaf', erwecket mir mein Leben.

Wolt ihr denn nicht? Gewiß, ihr merkt, wenn sie erwacht,

Daß ihrer Augen Zier euch ganz zu schanden macht.

Epigramme, 26.  Aus dem Griechischen Platonis

lib. IV. tit. ἀπὸ γυναιχῶν

Ich Lais, die man ließ die Allerschönste sein,

Nun meine Jugend weg, brech' jetzt den Spiegel ein.

Dann wie ich vormals war, zu sein, kan nicht geschehen;

Wie ich jetzunder bin, begehr ich nicht zu sehen.

Epigramme, 12. 

You lights that one sees floating in the high sky

Calls from their sleep, 'awaken my life for me.

Don't you want? Certainly you will notice when she wakes up

That the ornament of her eyes will put you to shame.

Epigramme, 26.  From greek of Plato

lib. IV. Tit. ἀπὸ γυναιχῶν

 

I lais, who was left to be the most beautiful

Now my youth gone, break in the mirror now.

Then to be as I was before cannot happen;

I don't want to see how I am now.

Gelegenheitsgedichte, 3. 

An die Hirschbergischen Bäder

Ihr Nymfen, die ihr hier umb dieses grüne Thal,

Das mit dem Schneegebirg' unnd Alpen steht umbgeben,

In stiller Einsamkeit verbringet euer Leben,

Ihr weissen Najades, und du, du schönes Qual,

 

Durch dessen werthe Krafft die Menschen sonder Zahl

Bißher genesen seynd, wollt ihr nach Ehre streben

Die nimmer sterblich ist, und euch noch höher heben,

So nemt diß edle Pfand, das nun auch dieses mal

Sich zu euch hier gemacht gesund und frisch zu werden.

Bewahret und versorgt die Hoffnung unsrer Erden,

Diß Landes besten Trost, so bringet ihr den Danck

 

Der Treu und Wachsamkeit, daß ihr durch euer Pflegen

Habt den erquickt, an dem uns sämptlich ist gelegen.

Ist er nicht mehr wolauff, so sind wir alle kranck.

Quelle:

Martin Opitz: Weltliche und geistliche Dichtung, Berlin und Stuttgart [1889], S. 32-33.

Permalink:

http://www.zeno.org/nid/20005451582

Occasional poems, 3.

To the Hirschberg baths

You nymphs who surrounded this green valley,

That is surrounded by the snow mountains and the Alps,

Spend your life in quiet solitude,

You white najades, and you, you beautiful torment,

 

Because of its worthy power the people are special

Having recovered somewhat, you want to strive for honor

That is never mortal, and that lift you even higher,

So this noble pledge takes, this time too

 

Made yourself here to be healthy and fresh.

Keep and feed the hope of our earth,

This is the country's best consolation, so bring you the thanks

 

Of the faithfulness and vigilance that you have in your care

Have refreshed the one we all care about.

If he is no longer happy, we are all sick.

 

 

 

 

 

Source:

Martin Opitz: Secular and spiritual poetry, Berlin and Stuttgart [1889], pp. 32-33.

Permalink:

http://www.zeno.org/nid/20005451582